Silicon Austria

2017-07-25

Silicon Austria – Österreich bekommt Forschungszentrum für Mikroelektronik auf Weltniveau

Pressekonferenz 24. Juli 2017- In der Mitte: Sabine Herlitschka, Vizepräsidentin Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie mit Bundeskanzler Christian Kern (r.) und Bundesminister Leichtfried (l.) sowie Landesvertretern aus Kärnten, Oberösterreich

Standorte in Graz, Villach und Linz – Infrastrukturministerium, Bundesländer und Industrie investieren 280 Millionen Euro

Österreich bekommt ein Forschungszentrum für Mikroelektronik auf Weltniveau. Ziel ist, die heimischen Kompetenzen in der Mikroelektronik zu bündeln und Österreich international an die Spitze zu bringen. Die drei Standorte von Silicon Austria werden in Graz, Linz und Villach eingerichtet und haben unterschiedliche Schwerpunkte: Villach forscht an „Sensorik und Sensorsystemen“ sowie „Leistungselektronik“ und entwickelt so leistungsfähige Sensoren und energieeffiziente Mikrochips. Linz arbeitet im Bereich „Hochfrequenz“ daran, große Mengen an Daten sicher zu senden und zu empfangen. Graz verbindet diese Themen mit dem Schwerpunkt „System-Integration“ und untersucht das reibungslose Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten wie etwa Radarsensoren, GPS-Empfang und Internetverbindung in einem selbstfahrenden Auto. Die Geschäftsführung ist in Graz angesiedelt. Silicon Austria nimmt noch heuer seine Arbeit auf und wird in den kommenden Jahren bis zu 500 neue Top-Arbeitsplätze bringen. ****

„Wenn wir auch in Zukunft ein erfolgreicher Standort sein wollen, müssen wir uns ganz besonders auf unsere Stärken konzentrieren. Eine davon ist Mikroelektronik, und mit diesem Spitzenforschungszentrum stellen wir in diesem Bereich auch in Zukunft den Führungsanspruch. Silicon Austria ist auch ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Staat und Unternehmen. Ein Beispiel für den innovativen, unternehmerischen Staat, den wir brauchen“, so Bundeskanzler Christian Kern.

„Mikroelektronik durchzieht alle Lebensbereiche: unsere Autos, das Handy, sogar elektrische Zahnbürsten. Mit dem neuen Forschungszentrum Silicon Austria sorgen wir dafür, dass ‚Mikroelektronik Made in Austria‘ eine Weltmarke wird. Was die Schweizer bei den Uhren sind, wird Österreich für Elektronik und Mikroelektronik“, sagt Infrastrukturminister Jörg Leichtfried.

Sabine Herlitschka, Vizepräsidentin des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI): „Die Mikroelektronikindustrie ist die mit Abstand forschungsintensivste und innovativste Branche unseres Landes. Mit Silicon Austria eröffnet sich für die österreichische Industrie ein Window of Opportunity, indem wir unsere Aktivitäten in einem international aufgestellten Spitzeninstitut konzentrieren. Das gibt uns auch als kleine Region die Chance auf die notwendige kritische Masse, um uns in einer der global am stärksten umkämpften Schlüsseltechnologien als exzellenter Hot Spot auf Augenhöhe mit den ganz großen Technologienationen zu messen. Und genau das muss unser Anspruch sein, um Investitionen und zukunftsorientierte Arbeitsplätze in Österreich zu schaffen.“

„In den Silicon Austria Labs schließen sich die drei im Bereich der Mikroelektronik führenden Forschungsregionen Österreichs zusammen, um gemeinsam an die Weltspitze vorzudringen. Kärnten bringt mit dem Carinthian Tech Research CTR ein Forschungszentrum ein, das seit 20 Jahren in diesem Feld aktiv und erfolgreich ist. Kärnten ist startbereit – die Baupläne sind fertig, wir können morgen damit beginnen, die neuen Labors zu errichten“, sagt die Kärntner Technologiereferentin und Landeshauptmannstellverteterin Gaby Schaunig.

„Der Competence Lead im Bereich Hochfrequenztechnik in Oberösterreich wird einen massiven Innovationsschub bewirken. Oberösterreich kann mit der Johannes Kepler Universität Linz sowie international renommierten Unternehmen bzw. Weltmarktführern im Segment Jahrzehnte an Erfahrung in der Entwicklung von Systemen in der Hochfrequenztechnik vorweisen“, unterstreicht Oberösterreichs Forschungs- und Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl.

"Mit einer F&E-Quote von 4,87 Prozent des BIP ist die Steiermark mit Abstand das Forschungs- und Innovationsbundesland Nr. 1 in Österreich. Wir bieten also beste Voraussetzungen und haben schon einiges an Vorarbeit geleistet, weshalb ich mich über die richtige Entscheidung des Bundes freue, die Geschäftsführung und Gesamtkoordination des Silicon Austria Labs in der Steiermark anzusiedeln“, sagt Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin für Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung Steiermark.

Insgesamt 280 Millionen Euro stellen Infrastrukturministerium, die Bundesländer Steiermark, Kärnten und Oberösterreich sowie die österreichische Industrie für das Forschungszentrum zur Verfügung. Der Bund steuert 70 Millionen Euro bei, die Länder gemeinsam die gleiche Summe. Die Industrie wird diesen Betrag mit 140 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Zusätzlich hat das Infrastrukturministerium flankierende Maßnahmen vorgesehen: Es finanziert Forschungsinfrastruktur, industrielle Testlabore in Wien, Linz und Graz, offene Werkstätten an Universitäten und Schulen und Elektronik-Leitprojekte in seinem Forschungsprogramm „IKT der Zukunft“.

Elektronik und Mikroelektronik sind die Basis für die Digitalisierung. Sie begegnen uns schon jetzt in allen Lebensbereichen, etwa das Assistenzsystem eines Autos, die automatische Raumtemperatursteuerung zuhause oder die computergesteuerte Maschine in der Fabrik. Rund ein Zehntel der weltweiten Wirtschaftsleistung hängt direkt oder indirekt von Elektronikprodukten ab. In Österreichs Elektronikindustrie arbeiten mehr als 63.000 Menschen in über 180 Unternehmen und erwirtschaften einen Umsatz von rund 80 Milliarden Euro. 

About Silicon Austria

Silicon Austria - An investment programme to establish Austria as a prime location for electronic based systems.

The initiative “Silicon Austria” denotes a major opportunity to multiply success stories and to drive Austria into a leading global position in the EBS segment. “Silicon Austria” is interpreted to be “the instrument” to propel academic education at universities, colleges of higher education and polytechnic institutions for higher education to cope with the problems of EBS design and development. “Silicon Austria” will be an essential element to strengthen the position of the European ebs industry.

Ministerrat – Leichtfried: Regierung beschließt Forschungsmilliarde

Wachstum und Arbeitsplätze schaffen“ – BMVIT-Anteil von 250 Mio. Euro: Stärkere Förderung von Forschungsinfrastruktur, Wachstumsfonds für Hightech-Unternehmen und Start-Ups

 

Nach umfassenden Maßnahmen u.a. im Bereich Bildung, Arbeit und Wirtschaft hat die SPÖ-geführte Bundesregierung heute, Dienstag, im Ministerrat mit dem Forschungspaket das nächste wichtige Projekt vorgelegt. „Damit bringen wir eine Forschungsmilliarde auf den Weg. Dieses Paket ist für Österreich essentiell, weil es nur dort, wo es Innovation gibt, auch Wachstum und Arbeitsplätze geben kann“, sagte Infrastrukturminister Jörg Leichtfried. Ziel des Forschungspakets sei es, „Arbeitsplätze im Land zu halten und Arbeitsplätze nach Österreich zu holen“, betonte Leichtfried bei einer Pressekonferenz nach dem Ministerrat, an der auch die Regierungskoordinatoren Thomas Drozda und Harald Mahrer teilnahmen.

In den Verantwortungsbereich des BMVIT fallen etwa 250 Mio. Euro, die beispielsweise für eine stärkere Förderung der Forschungsinfrastruktur und Risikoforschung verwendet werden, sagte Leichtfried. ****
Um als kleines Land gut und innovativ sein zu können, brauche es „revolutionäre Ideen, die sich auf der ganzen Welt durchsetzen können“. Umso wichtiger sei es daher, Forschung und Entwicklung voranzutreiben, sagte Leichtfried. Daher habe die Regierung ein Forschungspaket beschlossen, bei dem bis 2021 700 Mio. Euro aus der öffentlichen Hand fließen sollen. Zusätzlich sollen noch rund 500 Mio. Euro an privatem Geld dazukommen, so Leichtfried, der klarstellte, dass der dahinterstehende Grundgedanke die Partnerschaft von öffentlicher Hand, Unternehmen sowie Wissenschaft und Forschung sei.

Der Anteil des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie beträgt 250 Mio. Euro. Hier gehe es vor allem um Investitionen in Programme, die die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft stärken. So stünden insgesamt 160 Mio. Euro zur Verfügung, um die Forschungsinfrastruktur und die Risikoforschung (konkret die Programme „Frontrunner“ und „Early-Stage“) stärker zu fördern. Außerdem werde ein Wachstumsfonds für Hightech-Unternehmen und Start-Ups mit 30 Mio. Euro gespeist. Dabei handle es sich um Ankerkapital, mit dem 100 bis 300 Mio. Euro an privater Anschlussfinanzierung angestoßen werden sollen, unterstrich Leichtfried.

Mit dem Projekt „Silicon Austria“ solle Österreich als „Weltmarkstandort für Elektronik und Mikroelektronik etabliert werden“. Die bisher für „Silicon Austria“ vorgesehenen 80 Mio. Euro werden auf 110 Mio. Euro aufgestockt. Von Seiten der Industrie gebe es positive Signale, diese Summe zu verdoppeln, sagte Leichtfried. Von zentraler Bedeutung sei es zudem, die Republik „datenfit“ zu machen. Hier werde die Breitbandmilliarde intensiv eingesetzt, gleichzeitig stehe mit „5G“ die nächste Mobilfunkgeneration bereits vor der Tür, sagte Leichtfried. Ziel sei es, dass „Österreich bei den 5G-Nationen in Europa vorne dabei ist“, betonte der Infrastrukturminister, der unterstrich, dass im nächsten Jahr eine entsprechende 5G-Straetgie vorgelegt wird. Minister Leichtfried betonte außerdem, dass das heute beschlossene Forschungspaket die „logische Fortsetzung des Start-Up-Pakets ist. Uns geht es darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem eine positive wirtschaftliche Entwicklung Österreichs möglich ist“, sagte Leichtfried.

Alpbach 2016

Chair: Michael WIESMÜLLER (bmvit), Coordination: Klaus BERNARDT (FEEI), Credit: Andrei Pungovschi

During the Breakout session 02: “Silicon Austria: A Game Changer for Austria as a High-Tech Location?” innovation ecosystems in the area of electronic based systems were discussed. Globally successful European and US R&D-centres presented their competence and strategy. Their directors described, how the R&D ecosystems were built up. The value of co-locating R&D and production was demonstrated by the established economic impact found over the past ten years. Innovation trends and competitiveness agendas from globally competitive nations were reviewed. The vital importance of key enabling technologies and research technology organisations was highlighted. The high necessity for a resilient R&D as well as business ecosystem was shown.

The Austrian innovation ecosystem was represented by the directors of ams AG,  a globally renowned provider of sensor solutions that enable smart products such as the world’s first 3D-integrated photosensor IC enabling very low radiation dose Computer Tomography, and TTTech Computer Technik AG,  a global player based on an academic start up in the area of safe and secure embedded data control systems with products like Airbus A380 cabin pressure control system. Both demonstrated the possibility of a successful operation of a modern wafer manufacturing plant and several pilot lines in Austria or the foundation of a world-leading 500-employee high-tech company out of a three-men start-up.

Factors for this positive development were analysed and recommendations made, on how to further strengthen this momentum with special focus on R&D collaborations and industrial framework conditions. The availability of highly-qualified experts is one of the key elements in this success stories. Europe is facing fierce competition with regard to highly-qualified experts as well as high technology design and production. The European Commission and the national governments will have to take into account the rules of global markets and competition. A clear industry politics is necessary for Europe as well as the member states if Europe likes to sustain manufacturing. This includes changes in framework conditions are crucial.

The initiative “Silicon Austria” denotes a major opportunity to multiply success stories and to drive Austria into a leading global position in the EBS segment. “Silicon Austria” is interpreted to be “the instrument” to propel academic education at universities, colleges of higher education and polytechnic institutions for higher education to cope with the problems of EBS design and development. “Silicon Austria” will be an essential element to strengthen the position of the European ebs industry.

Chair: Michael WIESMÜLLER

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